Vielfalt vor Ort Beschreibung

„Vielfalt vor Ort begegnen – professioneller Umgang mit Heterogenität in Kindertageseinrichtungen“ (2021-2023 und 2023-2025)

Das Ziel des Projekts „Vielfalt vor Ort begegnen – professioneller Umgang mit Heterogenität in Kindertageseinrichtungen“ liegt in der Verbesserung der Qualität der Kindertagesbetreuung und fokussiert die Unterstützung der Kindertageseinrichtungen bei der Bewältigung inhaltlicher Herausforderungen. Knapp 80 Kindertageseinrichtungen werden durch zusätzliche Gelder zur Finanzierung von Personal- und Sachkosten unterstützt. Es werden Ressourcen in der Fachberatung für eine gezielte Prozessbegleitung bereitgestellt. Zudem werden spezifisch auf die Bedarfe der projekteilnehmenden Einrichtungen ausgerichtete Fortbildungs- und Qualifizierungsformate entwickelt und durchgeführt sowie eine wissenschaftliche Begleitung und Evaluation sichergestellt. 

Im Fokus der ersten Projektphase des Modellprojektes stand, dass jedes Einrichtungsteam in den geförderten Kindertageseinrichtungen die für ihre Einrichtung ganz konkret bestehenden spezifischen inklusiven Handlungsanforderungen identifiziert und, beraten von Prozessbegleiter*innen aus Wissenschaft und Fachberatung, einen auf ihre Einrichtung abgestimmten Handlungsplan entwickelt, umsetzt und evaluiert. Der Freistaat Thüringen stellt dafür (weiterhin) Mittel für die Finanzierung zusätzlicher Personal- und Sachkosten in den beteiligten Einrichtungen und für die Schaffung zusätzlicher Ressourcen in der Fachberatung zur Verfügung. Unter wissenschaftlicher und fachlicher Begleitung sollen die Einrichtungsteams in die Lage versetzt werden: Barrieren abzubauen, Möglichkeitsräume zu schaffen und Vielfalt zu stärken. 

Die wissenschaftliche Begleitung des Modellprojekts bringt auf Basis anwendungsbezogener Forschung wissenschaftliche Erkenntnisse zu diversitätssensibler Pädagogik in die pädagogische Praxis und Organisationsentwicklung von Kindertageseinrichtungen in Thüringen ein. Unter Leitung von Prof.in Michaela Rißmann, Prof.in Barbara Lochner und Prof.in Christine Rehklau startete das Projekt im Auftrag des Thüringer Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur in die erste Förderperiode von 2021 bis 2023. Aktuell läuft das Projekt unter Leitung von Prof.in Michaela Rißmann und Prof.in Barbara Lochner in der zweiten Förderperiode von 2023 bis 2025. Ziel war und ist es, Pädagog*innen in Kindertageseinrichtungen für die komplexen Herausforderungen einer diversitätsbewussten Praxis zu sensibilisieren und in ihrer fachlichen Handlungskompetenz zu stärken. Dafür wird ein theoretisch fundiertes und empirisch validiertes Curriculum für die Fortbildung von Pädagog:innen zur Diversity-Reflexivität und zum pädagogischen Umgang mit Heterogenität entwickelt. Zur vertiefenden und aktiven Auseinandersetzung mit ausgewählten Themen gibt es seit September 2023 drei Arbeitsgemeinschaften zu den Themen „Forschung und Reflexion“, „Inklusive Kindergartenentwicklung“ und „Sozialarbeiterische Aufgaben im Kindergarten“. In den regelmäßigen AG-Treffen werden fachliche Themen diskutiert und praxisrelevante Materialien im Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis erarbeitet. 

Wissenschaftlich wurde der Prozess der ersten Projektphase von drei qualitativen und quantitativen Teilerhebungen begleitet. In der aktuellen Projektphase werden von wissenschaftlicher Seite aus Erhebungen und Interviews zur Rolle der Steuerungsteams und der Sicht der Sorgeberechtigten der Kinder durchgeführt. Darüber hinaus findet ein Monitoring der Projektentwicklung statt. Ziel ist es auch, ein Verfahren zur Erhebung der inklusiven Qualität auf Basis des Indexes für Inklusion zu entwickeln.